Juli 13

Von Feuerwerken und Feuer 

Der letzte Monat in Kanada hat für mich in Banff mit der Feier des „Canada Day“ angefangen und war gleichzeitig auch mein letzter Tag hier. Da dieses Jahr sogar noch das 150-jährige Jubiläum Kanadas war, wurde der Tag noch größer gefeiert. Am Vormittag gab es eine Parade und alle Menschen waren in den Farben rot und weiß oder mit einem Ahornblatt bekleidet. Zusammen mit Tabea, mit der ich auch am nächsten Tag weiter nach Jasper reisen wollte, genoss ich die Feier und am Abend noch das Feuerwerk.

 Da natürlich sämtliche Unterkunftsräume für den Canada Day ausgebucht waren und ich auch meinen Raum verlassen musste, schlief ich die Nacht einfach zusammen in einem Hostelbett mit Tabea, was weiter auch keinem auffiel. Von Banff aus trampten wir dann weiter.  In Kanada ist es auch nicht sonderlich schwer eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Vorallem nicht als zwei junge Mädchen mit riesigen Rucksäcken. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir dann ein deutsches Ehepaar gefunden, welches uns freundlicherweise in ihrem Wohnmobil mitnahm. Angelika und Reiner waren auch sehr nett und dadurch, dass sie an jedem Sightseeingspunkt entlang der Straße anhielten, hatten wir die Möglichkeit all diese Naturschönheiten zu sehen an denen ein Bus nie angehalten hätte. Allgemein führte das zwar auch dazu, dass wir erst einen Tag später in Jasper ankamen als geplant, aber da nichts und niemand in Jasper wartete, war das auch problemlos. 

In Jasper angekommen hatten wir uns dafür entschieden zu einem backcountry Campingplatz zu wandern. Backcountry heißt in dem Fall nur, dass es ein Campingplatz ist, der nur zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Pferd erreicht werden kann. Ein richtiger Campingplatz war es in dem Sinne auch nicht, weil wir weder Wasser noch Sanitäranlagen hatten. So wurde unsere erste Nacht in Jasper und auch die Wanderung in der Wildnis abenteuerlich und durch eine weitere Begegnung mit einem Bären, der diesmal nur 1 m entfernt war, gekrönt. Das einzig nervige an unser backcountry Erfahrung, die sich über drei Wandertage streckte, waren dann die Mosquitos. Sehr sehr aggressive Mosquitos, die den ganzen Tag erbarmungslos zustechen. Wir konnten auf unserer Wanderung durch diese Plage nichtmal eine Trinkpause machen. Jede Minute stehen bleiben, bedeutete 10 neue Stiche. Wir beide haben irgendwann aufgehört mitzuzählen, hatten am Ende aber jeder an die 60 Stiche und waren dann geradezu erleichtert im Ort anzukommen und der Plage ein bisschen zu entgehen. 

Da wir beide es sehr genossen nach einer längeren Zeit alleine mal mit jemandem zusammen zu reisen und uns auch echt gut verstanden, entschieden wir auch weiterhin zusammen zu bleiben und so verwarf ich den Plan nach Edmonton oder Calgary zu fahren, was eh nur große Städte wären. Wir buchten stadtdessen nach gut Glück und ohne einen wirklich konkreten Plan einen Bus von Jasper nach Kamloops, was wieder etwas westlicher in Kanada liegt. 

Da der Bus um 5 Uhr morgens fuhr, dachten wir uns wir sparen uns die Übernachtungskosten  und machen einfach die Nacht durch.  Der Mac’s, der 24 Stunden auf hat und wo der Kaffee günstig und das Nachfüllen vom Kaffee sogar noch günstiger war, kam uns da sehr entgegen.   Der Bus nach Kamloops hatte leider eine 1 1/2 stündige Verspätung und so langsam konnte der Koffein die Müdigkeit nicht mehr Verhindern. Auf dem Weg Richtung Kamloops erfuhren wir dann auch den Grund der Verspätung. Waldbrände ! Es ist unbeschreiblich wie weit sich der Rauch hier in Kanada verteilt. Im Umkreis von 500 km kann der Rauch sich ausbreiten und die Umgebung vernebeln. Allerdings konnten wir sogar vom Bus aus einige Flammen im Wald erkennen. 

In Kamloops angekommen war dann von den umliegenden Bergen wenig zu sehen und auch die Stadt gefiel uns nicht sonderlich. Kurzerhand gingen wir über den Campingplatz und fragten andere Camper, ob sie zufällig weiter östlich fahren und noch zwei Plätze frei hätten. Unser Plan ging auf und wieder war es eine deutsche Familie, die uns in ihrem Wohnmobil bis nach Revelstoke mitnehmen konnte. Zusammen mit der Familie unternahmen wir noch eine Wanderung auf Mount Revelstoke, der in einigen Teilen sogar noch mit Schnee bedeckt war. Nach zwei weiteren Tagen in Revelstoke auf dem Campingplatz geht es jetzt noch weiter östlich nach Golden und da unsere Taktik letztes Mal so gut aufgegangen war, gingen wir wieder über den Campingplatz und fragten uns nach einer Mitfahrgelegenheit durch. 

Unser Ziel ist dann für den 17 Juli wieder Banff, wo wir noch unseren letzten Paycheck von der Arbeit abholen müssen, bevor wir dann den Bus nach Vancouver nehmen und Tabea und ich uns erstmal trennen müssen, da ihr Flug nach Deutschland schon am 19. Juli geht. Ich habe dann noch ein paar letzte Tage in Kanada, bevor auch ich das Flugzeug nehme. 



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Veröffentlicht13. Juli 2017 von Hanna in Kategorie "Allgemein