Juni 8

Zuhause im Nationalpark…

Mein erster Gedanke als ich hier in Banff im Nationalpark mit dem Bus angekommen bin, war : Kanada wie aus dem Bilderbuch. Die schneebedeckten Berge der Rocky Mountains, Nadelwälder und unglaublich viele türkis blaue Gletscherseen und Flüsse. Genau so wie man sich Kanada halt vorstellt und definitiv sehr beeindruckend. 

Von der Landschaft noch völlig überwältig bin ich dann erstmal in die Touristeninformation gegangen, um mich über Mehrtageswanderungen und das Campen im Nationalpark zu informieren. Das Resultat war allerdings eher ernüchternd, da mir erklärt wurde, dass in den höheren Lagen dieses Jahr einfach noch zu viel Schnee liegt und daher einige Campingplätze  und vorallem Wege noch geschlossen sind und so hat mir die Frau dann eher davon abgeraten hier Mehrtagestouren zu machen… So werden mal wieder ursprüngliche Pläne verworfen und neue müssen her. Nachdem ich meine Sache im Hostel abgeladen habe und ein bisschen durch die Straßen in Banff gebummelt bin, bekam ich aber das Gefühl, dass ich hier gerne etwas länger bleiben möchte. Banff ist ein kleiner Ort mitten im Nationalpark, der vor allem im Sommer vom Tourismus lebt. Und so hat es auch nur einen Tag gebraucht bis ich neue Pläne hatte. Auf gut Glück bin ich hier in Banff wieder in eine Old Spaghetti Factory gegangen und hab mich wieder als Busser beworben. Nach circa 5 min hatte ich den Job ohne ein richtiges Vorstellungsgespräch, da ich bereits die Erfahrungen als Busser in der anderen  Old Spaghetti Factory gesammelt hatte. Danach hab ich mich dann nach einer Unterkunft in Banff umgesehen, was definitiv der schwierigere Part war. Da man im Nationalpark nicht mal eben so neue Häuser bauen kann ,ist der Platz begrenzt und die Angebote alle sehr teuer. Glücklicherweise habe ich jetzt aber für einen Monat ein Raum bei einem Ehepaar mieten können… und so kann ich jetzt sagen, dass ich im Nationalpark wohne. Ein tolles Gefühl. Mein erstes Zimmer was ich miete und dann gleich in so einer Umgebung. 

Mein improvisierter Plan für den nächsten Monat sieht jetzt also so aus, dass ich drei Schichten in der Woche arbeite ,um mir die Unterkunft zu leisten und die restlichen Zeit mit Tageswanderungen und Ausflügen im Nationalpark verbringe. 

Meine ersten Wandererfahrungen habe ich dann zusammen mit einem Arbeitskollegen Rik gemacht. Während wir uns munter unterhalten haben und die Landschaft genossen haben sind wir dann plötzlich durch ein kratzendes Geräusch abgelenkt worden, wo wir ungefähr 10 m neben uns zwei kleine Bären sahen, die gerade versuchten einen Baum hochzuklettern. So niedlich das jetzt auch klingen mag, zu spaßen ist mit so einer Situation dann eher nicht, da die Bärenmütter sehr aggressiv werden können und so haben wir uns dann schleunigst auf den Rückweg gemacht…Wir hatten beide nämlich weder Erfahrung mit so einer Situation noch Bärspray dabei.Es gibt also leider keine Fotos von dem Bären, aber im Nachhinein ist es beeindruckend, dass ich schon an meinem zweiten Tag im Nationalpark Bären gesehen habe. Wirklich Angst hatte ich nicht, aber großen Respekt definitiv! 

Auch in den folgenden Tagen bin ich so dem ein oder anderen wild lebenden Tier begegnet. Vor allem Elche sieht man hier viel und so bin ich doch sehr froh darüber, dass ich meine Pläne geändert habe und wenigstens nicht die ganze Zeit alleine wandere. Von der Arbeit aus werden sogar manchmal Wanderungen unter die Mitarbeiter organisiert. 

Auch wenn Banff als Ort selber relativ voll ist, vorallem von Touristen, muss man sich nur ein paar Minuten von der Hauptstraße wegbewegen und schon ist man komplett alleine in grüner Natur und kann den Trubel komplett hinter sich lassen. 

Neben den Wanderungen, die ich bisher alleine oder mit Rik gemacht habe, habe ich hier in Banff außderdem die Hot Springs besucht. Heutzutage sind sie allerdings eher als eine Art Pool ausgebaut und das Wasser ist bis zu 39 Grad warm. Nach langen Wanderungen sind die Hot Springs aber genau der richtige Ort um zu entspannen und die Seele ein bisschen baumeln zu lassen. 



Copyright 2018. All rights reserved.

Veröffentlicht8. Juni 2017 von Hanna in Kategorie "Allgemein