Mai 11

Auf den Spuren des Kettle Valley Trails…

Nach Vancouver Island und dem Regenwald hat es mich jetzt in eine landschaftlich ganz andere Region Kanadas verschlagen. Das Okanagan Valley, was ungefähr 4 Fahrstunden östlich von Vancouver liegt, allerdings immer noch in der westlichesten Provinz Kanadas (British Columbia) gelegen ist. Das Okanagan Valley ist vor allem für das warme Klima und dem damit verbundenen Anbau von Wein und Obst bekannt. (Ja … auch in Kanada wird Wein angebaut). ..

So bin ich also nach 7 1/2 Fahrstunden und der Nacht im Bus am nächsten Morgen in Kelowna angekommen. Kelowna ist die größte Stadt hier im Okanagan Valley, trotzdem aber einigermaßen überschaubar. Ich hatte mir relativ spontan überlegt, dass ich das Okanagan Valley mit dem Fahrrad erkunden will, sodass ich noch am selben Tag in einen kanadischen Baumarkt ging und mir für umgerechnet 70 € ein günstiges Fahrrad kaufte. Ein richtiges Schnäppchen, wenn man überlegt das es an die 20 € kostet ein Fahrrad für einen Tag zu mieten.
Nun bin ich also stolze Besitzerin eines Mountain Bikes und damit relativ mobil.

Nachdem ich noch ein paar Tage bei den Verwandten meiner lieben Freundin Tina in Kelowna verbracht habe, ging dann auch die Fahrradtour auf dem Kettle Valley Trail (einer ehemaligen Zugstrecke) los.

Von Kelowna bis in die nächste Stadt Penticton war ich 80km auf dieser Route unterwegs, was vorallem dadurch verlangsamt wurde, dass der Schnee in den Bergen erst jetzt zu schmelzen begonnen hatte und ich mich daher durch viele überschwemmte Gebiete kämpfen musste. Irgendwie hat das Wetter hier in Kanada sich überlegt sich mir von einer sehr untypischen Art zu zeigen. Im Winter der Schnee in Vancouver, was schon sehr ungewöhnlich ist und nun die Überschwemmungen im Okanagan Valley, was auch seit 15 Jahren nicht mehr der Fall war…
Anfangs hatte ich noch den Ehrgeiz trockene Schuhe und Socken zu behalten, was irgendwann allerdings einfach nicht mehr möglich war und als mein Fahrrad mitsamt meinem kleinen Rucksack, indem sich natürlich die Elektronikgeräte und mein Portmonee befanden, ins Wasser umkippte, machte ich mir wenigstens auch um die nassen Socken keinen Kopf mehr.
Da ich durch meinen großen Rucksack den ich beim Fahrrad fahren auf dem Rücken tragen musste auch nochmal langsamer war, machte ich auch meine ersten Wildcamping Erfahrungen hier in Kanada, und war dann auch sehr froh nachts nicht von einem Bären geweckt zu werden.

Am darauffolgenden Tag hatte ich die schlechtesten Abschnitte des Weges bereits hinter mir und von nun an ging es stetig bergab, was definitiv meine Laune für meine Tour wieder steigerte und so konnte ich die zweite Nacht Wildcampen, durch eine wunderschöne Aussicht auf den See und ein Becher Wein, den mir andere Wildcamper spendierten, mehr genießen.
In Penticton angekommen quatierte ich mich dann erstmal für zwei Tage in einem Hostel ein, um meine ganzen Sachen wieder zu trocknen, bevor ich meine Fahrradtour jetzt weiter südlich in Richtung der Grenze zu den USA fortsetze. Entlang Seen, Weinbergen und Obstgärten…



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Veröffentlicht11. Mai 2017 von Hanna in Kategorie "Allgemein

1 COMMENTS :

  1. By Petra on

    Liebe Hanna,
    ich bin noch nicht dazu gekommen, Deinen letzten Bericht zu kommentieren, da kommt auch schon der Nächste! Schön!
    Ich kann mich nur Axels Meinung anschließen, was Deinen Schreibstil betrifft. So wie Du es Alles beschreibst, entführst Du den Leser ja quasi in die kanadische Wildnis, nimmst ihn ein Stück mit auf Deiner abenteuerlichen Reise. Sehr informativ, interessant, spannend, beeindruckend und faszinierend beschreibst Du Orte, Routen, Landschaften, Menschen, Begebenheiten, die Natur, das Wetter, Deine Stimmung – immer auch mit ganz tollen Bildern dazu. Ich bin mir sicher, dass Du Dein ganzes Leben von dieser Reise und den vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen zehren wirst. Du schaust wieder sehr gut aus auf dem Bild, wie ein kleiner Outdoor-Profi halt. 🙂
    Aber bei Deinen neusten Bildern von der „Kettle-Valley-Trail-Tour“ wird mir ein bisschen mulmig und ich frage mich, ob Du ganz allein durch diese wunderschöne Wildnis fährst und auch ganz allein dort im Zelt übernachtet hast???? Ich finde das, ehrlich gesagt, sehr gewagt und mache mir da auch echt Sorgen. Immerhin ist die Natur mit ihren Tieren dort ganz anders als bei uns in Deutschland, also für „nicht Kanada Geübte“ eigentlich auch schwieriger einzuschätzen, oder sehe ich das falsch? Ist es nicht besser, wenn Du Dich dort einigen anderen Abenteuerlustigen anschließt und mit ihnen gemeinsam diese Tour fährst? Pass auf Dich auf!!!!
    Die Bilder sind wieder wunderschön, auch die vom „Rain Forest“, die haben so was Märchenhaftes mit den moosbewachsenen Bäumen. Und diese gibt es übrigens auch in Deutschland noch, die völlig unberührten, wild wachsenden Wälder. In der GEO habe ich darüber gelesen und bei den Bildern musste ich sofort an Dich denken.
    Ich drücke Dich aus der Ferne, freue mich auf Deinen nächsten Eintrag, wünsche Dir alles Gute und sende Dir viele liebe Grüße in die kanadische Wildnis!
    Die „immer noch nicht Oma“-Petra (wir warten seit letztem Samstag und üben uns in Geduld) & Co

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