Mai 24

Summerfeeling in Kanada…

Von Penticton aus habe ich mich also weiter südlich mit meinem Rad und meinen 7 Sachen auf den Weg gemacht, wobei ich an vielen Seen und Weinbergen vorbeigefahren bin und meistens auch das Glück hatte bei strahlendem Sonnenschein zu fahren.

Trotz dieser guten Grundvorraussetzungen wurde mir das Fahrrad fahren vor allem durch zwei Dinge erschwert. Einerseits war das ein sehr starker Gegenwind über einige Fahrtage hinweg, sodass ich zeitweilig das Gefühl hatte mit meinem Rad und meinem großen Rucksack auf dem Rücken gar nicht wirklich von der Stelle zu kommen. Und andererseits hat sich die eher geringe Qulität meines Fahrrads dann durch einen Platten bemerkbar gemacht. Mitten zwischen zwei Orten und spät am Nachmittag. So beschloss ich einfach direkt neben dem Fahrradweg an einem Fluss mein Zelt aufzubauen. Es braute sich nämlich auch gerade ein Gewitter zusammen und ich wollte ungern nass werden. Das Problem Platten verschob ich also mit dem Motto Prokrastination auf den nächsten Morgen. 

So verbrachte ich den nächsten Vormittag damit mein Fahrrad am Highway entlang zu schieben, auf dem Weg zum nächsten Ort Osoyoos. Und wie das auf meiner Reise öfter der Fall ist, nach ein bisschen Pech hab ich dann wieder Glück. Das bestand diesmal darin, dass ich von anderen Fahrradfahrerinnen am Highway aufgelesen wurde und sie mir mit Werkzeug und Flicken holfen mein Rad zu reparieren. Als ich das erledigt hatte und mich eigentlich auf die Suche nach einem Hostel in Osoyoos machen wollte, traf ich eine Frau, die mir zwar sagte das es kein Hostel in Osoyoos gibt ,ich aber bei ihr übernachten könne. Ich bin immer wieder aufs neue von dieser Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Kanadier beeindruckt. 

So verbrachte ich in Osoyoos ein paar schöne Tage in Gesellschaft von Trudy und Marvin, machte einen Tagesausflug in die USA, sodass ich jetzt neben dem kanadischen Stempel noch einen aus der USA in meinem Visum habe und gönnte mir eine Weinprobe, bei der ich mich durch 5 verschiedene Weinsorten durchprobieren konnte. 

Auf dem Rückweg von Osoyoos nach Kelowna wollte ich diesmal entlang der westlichen Seite des Okanagan Lakes fahren, sodass ich durch die kleinen Orte Summerland und Peachland fuhr. Die gute Laune, die beim Fahrrad fahren entlang des Sees bei sommerlichen 25 Grad aufkam wurde zwischendurch zwar durch einen zweiten Platten und ein Fahrradschloss ,dass absolut nicht mehr zu öffnen war und somit aufgebrochen werden musste um weiterzufahren, getrübt, aber ich bin alles in allem sehr froh mich dafür entschieden zu habe hier mit dem Rad zu reisen. Ich bin dadurch einfach mit so vielen Einheimischen ins Gespräch gekommen, was nicht möglich gewesen wäre, wenn ich den Bus oder das Auto genommen hätte. 

So habe ich die Gelegenheit auf meiner Reise nicht nur neue Landschaften zu erkunden, sondern auch mit den verschiedensten Menschen in Kontakt zu kommen. Das Reisen kann also in mehreren Hinsichten auch Lernen sein. 

Nach nicht ganz wenig Ärger mit dem Fahrrad bin ich dann jetzt auch froh das meine Fahrradtour im Okanagan Valley wieder in Kelowna endet und ich das Fahrrad verkaufe, bevor ich mich in den nächsten Tage in Richtung Banff Nationalpark auf den Weg machen werde.

 

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Mai 11

Auf den Spuren des Kettle Valley Trails…

Nach Vancouver Island und dem Regenwald hat es mich jetzt in eine landschaftlich ganz andere Region Kanadas verschlagen. Das Okanagan Valley, was ungefähr 4 Fahrstunden östlich von Vancouver liegt, allerdings immer noch in der westlichesten Provinz Kanadas (British Columbia) gelegen ist. Das Okanagan Valley ist vor allem für das warme Klima und dem damit verbundenen Anbau von Wein und Obst bekannt. (Ja … auch in Kanada wird Wein angebaut). ..

So bin ich also nach 7 1/2 Fahrstunden und der Nacht im Bus am nächsten Morgen in Kelowna angekommen. Kelowna ist die größte Stadt hier im Okanagan Valley, trotzdem aber einigermaßen überschaubar. Ich hatte mir relativ spontan überlegt, dass ich das Okanagan Valley mit dem Fahrrad erkunden will, sodass ich noch am selben Tag in einen kanadischen Baumarkt ging und mir für umgerechnet 70 € ein günstiges Fahrrad kaufte. Ein richtiges Schnäppchen, wenn man überlegt das es an die 20 € kostet ein Fahrrad für einen Tag zu mieten.
Nun bin ich also stolze Besitzerin eines Mountain Bikes und damit relativ mobil.

Nachdem ich noch ein paar Tage bei den Verwandten meiner lieben Freundin Tina in Kelowna verbracht habe, ging dann auch die Fahrradtour auf dem Kettle Valley Trail (einer ehemaligen Zugstrecke) los.

Von Kelowna bis in die nächste Stadt Penticton war ich 80km auf dieser Route unterwegs, was vorallem dadurch verlangsamt wurde, dass der Schnee in den Bergen erst jetzt zu schmelzen begonnen hatte und ich mich daher durch viele überschwemmte Gebiete kämpfen musste. Irgendwie hat das Wetter hier in Kanada sich überlegt sich mir von einer sehr untypischen Art zu zeigen. Im Winter der Schnee in Vancouver, was schon sehr ungewöhnlich ist und nun die Überschwemmungen im Okanagan Valley, was auch seit 15 Jahren nicht mehr der Fall war…
Anfangs hatte ich noch den Ehrgeiz trockene Schuhe und Socken zu behalten, was irgendwann allerdings einfach nicht mehr möglich war und als mein Fahrrad mitsamt meinem kleinen Rucksack, indem sich natürlich die Elektronikgeräte und mein Portmonee befanden, ins Wasser umkippte, machte ich mir wenigstens auch um die nassen Socken keinen Kopf mehr.
Da ich durch meinen großen Rucksack den ich beim Fahrrad fahren auf dem Rücken tragen musste auch nochmal langsamer war, machte ich auch meine ersten Wildcamping Erfahrungen hier in Kanada, und war dann auch sehr froh nachts nicht von einem Bären geweckt zu werden.

Am darauffolgenden Tag hatte ich die schlechtesten Abschnitte des Weges bereits hinter mir und von nun an ging es stetig bergab, was definitiv meine Laune für meine Tour wieder steigerte und so konnte ich die zweite Nacht Wildcampen, durch eine wunderschöne Aussicht auf den See und ein Becher Wein, den mir andere Wildcamper spendierten, mehr genießen.
In Penticton angekommen quatierte ich mich dann erstmal für zwei Tage in einem Hostel ein, um meine ganzen Sachen wieder zu trocknen, bevor ich meine Fahrradtour jetzt weiter südlich in Richtung der Grenze zu den USA fortsetze. Entlang Seen, Weinbergen und Obstgärten…