April 7

Backpackerfeeling

Nachdem ich jetzt für gute 6 Wochen gearbeitet habe und bei Jamie gewohnt habe, habe ich immer mehr gemerkt, dass es Zeit wird weiterzureisen beziehungsweise das Reisen so richtig zu starten. Also hatte ich am Sonntag den 02. April meine letzte Schicht, die mit einem Weißwein, den mir der Bar Manager spendiert hat, beendet wurde. Weil ich dann in einer sehr angedüdelten Stimmung anmerkte, dass der Weißwein sehr gut ist, schenkte er mir gleich die ganze Flasche und ich war zusammen mit der herzlichen Umarmung, die er mir zum Abschied gab einfach ziemlich gerührt. Der Abend ging dann noch damit weiter, dass ich mit ein paar von den Kellnern und einer Managerin Pizza essen ging, wobei ich freundlicher Weise auch noch eingeladen wurde. So war das auf jeden Fall ein gelungener Abschied von meinen Mitarbeitern und dem Arbeiten in Kanada.

Von nun an heißt es für mich nur noch reisen, die Natur erkundschaften und nette Leute kennenlernen.

 Da sich irgendwie doch so einiges anhäuft wenn man länger an einem Ort ist und ich durch die Arbeit bedingt auch schwarze Klamotten kaufen musste, musste ich erstmal wieder ein paar Sachen loswerden und den Rest wieder in meinen großen Rucksack stopfen, wobei mein backpacker feeling  wieder so richtig aufgekommen  ist und es sich auch sehr befreiend anfühlen kann mit wenig Sachen zu reisen.

Alles im Rucksack verstaut ging es dann von Richmond zum Fähranleger in Tsawwassen und von da mit der Fähre nach Vancouver Island, wo ich dann nochmal den Bus nach Victoria nehmen musste. 

Obwohl ich noch nicht lange auf der Insel bin, gefällt sie mir jetzt schon sehr gut und ich bin einfach von der Natur hier sehr beeindruckt.

Mitten in der Stadt wachsen beeindruckend große Bäume oder ragen ein paar Felsen aus dem Boden und auch das Gras hat einen so hellen  und schönen  Grünton. Schon an meinem ersten Nachmittag in Victoria hatte ich das Glück als ich an der Küste entlang gegangen bin eine Seerobbe zu sehen und das obwohl ich nur 15 Minuten von der Innenstadt entfernt war. Tiere, Natur und Menschen sind hier nochmal ganz anders vereint. 

Nach zwei Nächten im Hostel machte ich mich für weitere zwei Nächte auf den Weg zu meiner Couchsurferin Tamar, die zwar ebenfalls in Victoria wohnt, allerdings am ganz anderen Ende der Stadt. Da ich sowieso mal ausprobieren wollte wie es ist eine längere Strecke mit dem Rucksack zu gehen und das Wetter mal wieder besser war als erwartet, ging ich die 10km zu Fuß und hatte richtig gute Laune während ich mit meinem Rucksack und guter Musik durch die Straßen stapfte. 

Bei Tamar angekommen, war ich dann mal wieder von so viel Gastfreundschaft und Vertrauen beeindruckt. Als ich ankam war keiner zu Hause, aber sie hatte mir erklärt, dass ich einfach durch die Hintertür ins Haus gehen kann  und das obwohl sie mich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht kannte. 

Es war einfach grandios für zwei Nächte ein eigenes Zimmer mit einem Bett und sogar ein eigenes Bad zu haben. Das ist für mich gerade einfach Luxus. Auch mit Tamar habe ich mich super verstanden und wir hatten uns trotz einem Altersunterschied von fast 40 Jahren viel zu erzählen, sodass unsere Gespräche von Politik über Nachhaltigkeit und natürlich Reisen reichten. Ich habe mich bei ihr so wohlgefühlt  (sie hat sich sogar scherzhaft  meine kanadische Mutter bezeichnet), dass es fast schade war nach 2 Tagen schon wieder zu gehen. 

Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch total gespannt auf Ucluelet und Tofino, wo der Bus mich gerade hinkutschiert. Hin zum Regenwald, zu Stränden, wo ich vielleicht die Möglichkeit habe einen Wal zu sehen und hin zu ein bisschen mehr Wildnis. 



Copyright 2018. All rights reserved.

Veröffentlicht7. April 2017 von Hanna in Kategorie "Allgemein

3 COMMENTS :

  1. By Petra on

    Jetzt wird’s ernst, Hanna, nun hört es sich richtig nach Abenteuer an.
    Unglaublich, wie selbstverständlich Du diese Robbe aufs Bild bekommen hast! Nun warten noch mehr wilde Tiere und interessante Menschen auf Dich, ich bin sehr gespannt auf Deinen nächsten Bericht und wünsche Dir weiterhin alles Gute, schönes Wetter, nette Menschen, warme Betten, tolle Motive fürs „Objektiv“ und viele interessante Eindrücke. Die Zeit vergeht wie im Flug (hoffentlich nicht auch bei Dir). Pass gut auf Dich auf!
    Viele liebe Grüße aus Eicklingen

  2. By Axel on

    Hallo Hannah, jetzt habe ich mir endlich die Zeit genommen einmal wieder etwas zu schreiben… Schön das du im sicheren Hafen (= Ucluelet) angekommen bist. Du hast einen guten Schreibstil! Vielleicht solltest du einmal an die schreibende Zunft denken. Ich habe vorhin mit Opa einmal alle deine Blogs durchgesehen. Jetzt ist er auch informiert. Ich glaube es beeindruckt ihn alles sehr. Wahrscheinlich wird er alles stolz Emma berichten.
    In Deutschland gibt es derzeit einen ziemlich kalten Frühling. Viele Sachen sind erfroren und wir sehnen uns alle nach lauen Abenden auf der Terrasse. Unglaublich, in wenigen Wochen ist schon der Sommerurlaub angesagt. Tine und ich werden in Südtirol wandern.
    So, ein kleine Zitat, ich hoffe es passt gut zu deiner Reise. Lasse es dir gut ergehen.
    „Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, daß ich gar nicht gelebt hatte.“ Henry David Thoreau

    1. By Hanna (Beitrag Autor) on

      Hallo Axel,
      Es freut mich,dass dir mein Schreibstil gefällt, aber vorallem auch, dass du Opa meinen Blog gezeigt hast, damit er auch was von mir zu hören kriegt. Danke.
      Ich bin Ende August auch nochmal zum wandern in Tirol bevor dann die Uni anfängt.
      LG Hanna

Kommentare sind geschlossen.