April 24

Into the rain (forest)…

Nach knapp 4 Wochen auf Vancouver Island, habe ich Kanada das erste Mal so richtig von einer wilderen und naturgeprägteren Seite kennengelernt. Schon auf der Busfahrt von Victoria nach Ucluelet war ich beeindruckt von der Landschaft und davon das man einfach mal so 2 Stunden durch einen Nationalpark fährt, wo nichts ist außer Bergen,  Seen und Regenwald. Gerade wenn man aus einem eher dicht besiedelten Land wie Deutschland kommt, ist es beeindruckend so viel unbebaute und unberührte Natur zu sehen. 

In Ucluelet, einem kleinen Fischerdorf an der Westküste der Insel, habe ich dann meine ersten Campingerfahrungen in Kanada gemacht, die vorallem sehr regnerisch und doch noch ziemlich kalt waren. Allerdings hatte der Campingplatz ein Sauna, in der ich mich nach kalten Nächten gut aufwärmen konnte. Das Campen hier in Kanada ist sowieso etwas anders als in Europa. So musste ich zum Beispiel mein Essen während der Nacht ins Büro bringen, damit die Bären nicht angelockt werden. 

Bei dem Regen und dem ungemütlichen Wetter war es dann auch sehr schön mit ein paar Kanadiern am Lagerfeuer zu sitzen, sich am Feuer aufzuwärmen, zu plaudern und ein bisschen kanadisches Bier zu genießen. 

Die Gegend um Ucluelet und Tofino ist vor allem für ihre vielen Stände, an denen häufig Wale zu sehen sind, und den gemäßigten Regenwald bekannt. 

Ich hab zwar keine Wale gesehen und auch davon abgesehen eine whale watching Tour zu buchen, da ich den Tieren ihren Freiraum lassen will, aber dennoch war ich bei den Wanderungen entlang der Stände doch sehr davon beeindruckt zu sehen und zu hören, mit welcher Kraft die Wellen gegen die Felsen prallen.

Auch der Regenwald und der damit verbundene Regen, der sich mir in vollem Maße gezeigt hat, ist beeindruckend. Die meisten Bäume sind von Moosen bewachsen und somit vollkommen in Grün gehüllt und auch die Größe der Bäume ist sehr gigantisch, sodass ich mich daneben noch kleiner gefühlt habe. 

Neben den Pflanzen bietet Vancouver Island noch eine große Anzahl an wilden Tieren und so konnte ich zwar keine Wale sehen, aber einen Adler aus nächster Nähe. (Der gute wollte sich leider nicht fotografieren lassen) Adler sind für die Einheimischen hier allerdings nichts mehr besonderes, sondern eher so normal wie die Amsel in Deutschland. 

Von dem kleineren Ort Tofino ging es für mich dann in die etwas größere und sonnigere Stadt Nanaimo, die an der Ostküste von Vancouver Island gelegen ist. Hier konnte ich noch so einige schönere Wanderungen um Seen und durch Parks unternehmen und hab auch meinen Ostersonntag beim gemeinsamen Abendessen und anschließendem Bier mit anderen Deutschen aus dem Hostel verbracht. ( Es ist wirklich unglaublich wie viele Deutsche man in den Hostels von Kanada antrifft) 

Von Nanaimo ging es dann etwas ungeplant wieder nach Victoria zurück, wo ich jetzt noch bis Ende April bleiben werde um meinen letzten paycheck von der Arbeit abzuholen. Die Kanadier haben es irgendwie nicht so mit Überweisungen, das wäre wahrscheinlich zu einfach… 

Nach dem ersten Monat den ich jetzt wirklich am Rumreisen bin, stelle ich doch immer wieder fest, dass sich so eine Reise schwer planen lässt und so hab ich das aufgegeben und gucke momentan eher so von Tag zu Tag, was ich mache und wohin es als nächtes geht. 

‚Going with the flow‘ nenne die Kanadier das. 

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April 7

Backpackerfeeling

Nachdem ich jetzt für gute 6 Wochen gearbeitet habe und bei Jamie gewohnt habe, habe ich immer mehr gemerkt, dass es Zeit wird weiterzureisen beziehungsweise das Reisen so richtig zu starten. Also hatte ich am Sonntag den 02. April meine letzte Schicht, die mit einem Weißwein, den mir der Bar Manager spendiert hat, beendet wurde. Weil ich dann in einer sehr angedüdelten Stimmung anmerkte, dass der Weißwein sehr gut ist, schenkte er mir gleich die ganze Flasche und ich war zusammen mit der herzlichen Umarmung, die er mir zum Abschied gab einfach ziemlich gerührt. Der Abend ging dann noch damit weiter, dass ich mit ein paar von den Kellnern und einer Managerin Pizza essen ging, wobei ich freundlicher Weise auch noch eingeladen wurde. So war das auf jeden Fall ein gelungener Abschied von meinen Mitarbeitern und dem Arbeiten in Kanada.

Von nun an heißt es für mich nur noch reisen, die Natur erkundschaften und nette Leute kennenlernen.

 Da sich irgendwie doch so einiges anhäuft wenn man länger an einem Ort ist und ich durch die Arbeit bedingt auch schwarze Klamotten kaufen musste, musste ich erstmal wieder ein paar Sachen loswerden und den Rest wieder in meinen großen Rucksack stopfen, wobei mein backpacker feeling  wieder so richtig aufgekommen  ist und es sich auch sehr befreiend anfühlen kann mit wenig Sachen zu reisen.

Alles im Rucksack verstaut ging es dann von Richmond zum Fähranleger in Tsawwassen und von da mit der Fähre nach Vancouver Island, wo ich dann nochmal den Bus nach Victoria nehmen musste. 

Obwohl ich noch nicht lange auf der Insel bin, gefällt sie mir jetzt schon sehr gut und ich bin einfach von der Natur hier sehr beeindruckt.

Mitten in der Stadt wachsen beeindruckend große Bäume oder ragen ein paar Felsen aus dem Boden und auch das Gras hat einen so hellen  und schönen  Grünton. Schon an meinem ersten Nachmittag in Victoria hatte ich das Glück als ich an der Küste entlang gegangen bin eine Seerobbe zu sehen und das obwohl ich nur 15 Minuten von der Innenstadt entfernt war. Tiere, Natur und Menschen sind hier nochmal ganz anders vereint. 

Nach zwei Nächten im Hostel machte ich mich für weitere zwei Nächte auf den Weg zu meiner Couchsurferin Tamar, die zwar ebenfalls in Victoria wohnt, allerdings am ganz anderen Ende der Stadt. Da ich sowieso mal ausprobieren wollte wie es ist eine längere Strecke mit dem Rucksack zu gehen und das Wetter mal wieder besser war als erwartet, ging ich die 10km zu Fuß und hatte richtig gute Laune während ich mit meinem Rucksack und guter Musik durch die Straßen stapfte. 

Bei Tamar angekommen, war ich dann mal wieder von so viel Gastfreundschaft und Vertrauen beeindruckt. Als ich ankam war keiner zu Hause, aber sie hatte mir erklärt, dass ich einfach durch die Hintertür ins Haus gehen kann  und das obwohl sie mich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht kannte. 

Es war einfach grandios für zwei Nächte ein eigenes Zimmer mit einem Bett und sogar ein eigenes Bad zu haben. Das ist für mich gerade einfach Luxus. Auch mit Tamar habe ich mich super verstanden und wir hatten uns trotz einem Altersunterschied von fast 40 Jahren viel zu erzählen, sodass unsere Gespräche von Politik über Nachhaltigkeit und natürlich Reisen reichten. Ich habe mich bei ihr so wohlgefühlt  (sie hat sich sogar scherzhaft  meine kanadische Mutter bezeichnet), dass es fast schade war nach 2 Tagen schon wieder zu gehen. 

Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch total gespannt auf Ucluelet und Tofino, wo der Bus mich gerade hinkutschiert. Hin zum Regenwald, zu Stränden, wo ich vielleicht die Möglichkeit habe einen Wal zu sehen und hin zu ein bisschen mehr Wildnis.