März 16

Von Loonie’s und Toonie’s… 

Da Work & Travel ja nicht nur aus Reisen, sondern wie der Name schon sagt auch aus Arbeiten besteht, habe ich gedacht schreibe ich mal einen Blogeintrag über meine Arbeit und den Alltag hier. 

Ich arbeite jetzt seit ungefähr 4 Wochen in der Old Spaghetti Factory und bin sehr froh, dass ich nach den ersten drei Schichten als Tellerwäscher als Busser weiterarbeiten durfte.

Auch diese Arbeit ist nicht besonders kompliziert, nur körperlich anstrengend. Eigentlich besteht meine Hauptaufgabe darin, durch das Restaurant zu gehen, das benutzte Geschirr aufs Tablett zu räumen, dass dann zu den Tellerwäschern zu bringen und anschließend den Tisch abzuwischen und neu mit Messern,Gabeln und Löffeln einzudecken. Dabei lernt man dann auch wie man 30 Messer,Gabel und Löffel in einer Hand halten kann, was mich jetzt zwar nicht wahnsinnig bereichert, aber sicherlich mal ganz nützlich sein kann. 
Bei der Arbeit bin ich dann doch auch immer wieder aufs Neue erstaunt, wie die Gäste es schaffen innerhalb von kürzester Zeit die Spaghetti und ihr sonstiges Essen überall  im Restaurant zu verteilen.

Leider kriege ich auch jede Schicht aufs Neue wieder mit, wie viel von dem Essen im Müll landet und ich mich dann frage, warum Leute sich ein Eis oder ein Brot bestellen, wenn sie es nicht mal annährungsweise anrühren. Diesen verschwenderischen Lebensstil, den ich persönlich ziemlich ärgerlich finde, gibt es leider nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in Kanada.

Nun zu den schönen Seiten die der Job mit sich bringt :Trinkgeld. Ich bin zwar kein Kellner und kriege daher kein Trinkgeld von den Gästen, aber die Kellner geben einen gewissen Prozentsatz des Trinkgeldes an die Busser und das Küchenpersonal weiter, was ich sehr gerecht finde ,schließlich arbeite alle dafür das die Gäste zufrieden sind. Im Laufe des Abends bekomme ich also von jedem Kellner mein Trinkgeld, sodass meine Schürze dann voll von Kleingeld und 5$ Scheinen ist und es dann immer ein bisschen klimpert wenn man rumgeht (ein sehr zufriedenstellendes Gefühl ) .Die 1$ Münze wird hier übrigens auch ‚Loonie‘ genannt und die 2$Münze wird ‚Toonie ‚ genannt und von denen kriegt man als Trinkgeld eine ganze Menge. 

Ab und zu kommt es dann auch mal vor, dass einer der Kellner mich bittet Gästen ein Getränk oder ein Baguett zu bringen, da freue ich mich dann immer tierisch wenn ich mal mit den Gästen in Kontakt komme. 

Obwohl die Arbeit relativ eintönig ist und trotzdem sehr stressig und anstrengend werde kann, bin ich sehr froh den Job zu haben, weil die anderen Mitarbeiter sehr nett sind und gerade wenn das Restaurant geschlossen hat und keine neuen Gäste mehr kommen, kann es durchaus nett sein mit den anderen Bussern zu arbeiten und nebenbei ein bisschen zu quatschen. 

Normalerweise arbeite ich 5 Schichten in der Woche an 4 Tagen, weil ich an einem der Tage eine Doppelschicht arbeite.Außer an dem Tag wo ich die Doppelschicht habe, arbeite ich sonst immer nachmittags bis nachts. Die Schicht geht dann so bis 11 oder 12 Uhr nachts, was sicherlich auch ein Grund dafür ist, dass Berufe in der Gastronomie häufiger von jungen Leuten ausgeübt werden. So habe ich jedenfalls 3 Tage in der Woche frei (wenn ich nicht wie momentan Extrasxhichten belege)und da bleibt dann immer ein bisschen Zeit um Schlaf aufzuholen und ein bisschen von der Umgebung zu sehen.

Mit dem Fahrrad , dass mir Jamie (die Mutter bei der ich zur Zeit kostenlos wohne) geliehen hat, bin ich auch relativ mobil, sodass ich mal eine Fahrradtour am Deich entlang zu dem Fischerdorf Steveston gemacht habe und auch mit dem Fahrrad nochmal nach Vancouver Downtown in den Stanley Park und über die bekannte Lions Gate Bridge gefahren bin. 

Und auch hier lässt sich langsam der Frühling blicken und so konnte ich meine ersten kanadischen Krokusse bewundern und bei immer besser werdendem Wetter die Reiselust für Vancouver Island sammeln, was mein nächstes Reiseziel sein wird. 



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Veröffentlicht16. März 2017 von Hanna in Kategorie "Allgemein

3 COMMENTS :

  1. By Petra on

    Traumhafte Bilder, vor allem „Busser-Hanna! Gut siehst Du aus! Schön, dass Du immer auch ein Bild von Dir rüberschickst.
    Auf der Wetterkarte von Kanada sieht es allerdings nicht wirklich nach Frühling aus! Irgendwie ist über Vancouver ständig eine Wolke mit Regentropfen zu sehen. Es kann also nur besser werden.
    Auf Vancouver Island wartet ja dann das nächste Abenteuer auf Dich – Natur pur und vielleicht die erste (hoffentlich nette) Begegnung mit einem Bären in „gesunder“ Entfernung? Ich freue mich schon auf Bilder!!!! Aber immer gut aufpassen!
    Liebe Grüße aus dem (noch) sonnigen Eicklingen (nächste Woche gibt’s ’ne Abkühlung)

  2. By Steffi on

    Schön zu hören, dass du in deinem Job gut zurecht kommst und auch Trinkgeld abstaubst 😉
    Die Bilder sind klasse! So bekommt man hier im guten alten Deutschland einen kleinen Eindruck, wie es bei dir aussieht!
    Genieß weiterhin die Zeit und ich freue mich auf die nächsten Bloq-Einträge 🙂

    Liebste Grüße, Steffi :-*

  3. By Axel on

    Ja, wie Petra schon schreibt: tolle Bilder.Ich finde deine Beschreibung der Arbeit ganz spannend. Sowas kriegt man ja sonst gar nicht mit.Sehr durchstrukturiert! Ist das bei uns eigentlich auch so? Naja, vielleicht bei den ganzen Mac`s ….;) Bei uns wird es schon richtig Frühling und der Garten wird immer grüner. Die Narzissen blühen schon kräftig. Laß es dir noch weiter gut gehen und immer schön auf die Bären aufpassen!!! (Gibt es da überhaupt welche ?)

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